Die Jury ist von drei deutschen und drei französischen Mitgliedern zusammengesetzt. Die aktuelle Mitglieder sind: Christine Fischer, Henry Fourès, Prof. Elmar Lampson, Frank Madlener, Jean-Dominique Marco et Matthias Osterwold.
Christine Fischer: Intendantin von Musik der Jahrhunderte
Christine Fischer, 1961 geboren, übernahm 1985 noch während ihres Musikstudiums die Geschäftsführung von Musik der Jahrhunderte und hat seither wesentlichen Anteil an der Entwicklung dieser Institution. Wichtige Stationen waren dabei die Fusion mit den „Tagen für Neue Musik” (heute ECLAT) im Jahr 1989, die Etablierung von Musik der Jahrhunderte als Veranstaltungsort sowie Arbeits- und Spielstätte ihrer Ensembles ab 1991, der Umzug ins Theaterhaus am Pragsattel 2003 und die Profilierung der Neuen Vocalsolisten als weltweit führendes Spezialensemble für vokale Kammermusik.
2006 war sie die Künstlerische Leiterin und Chef-Organisatorin des ISCM World New Music Festivals, das Musik der Jahrhunderte für die Internationale Gesellschaft für Neue Musik in Stuttgart ausrichtete. Zusammen mit Musikern und Veranstaltern aus der Region Stuttgart gründete Christine Fischer im Jahr 2007 das Netzwerk Süd im Rahmen von Netzwerk Neue Musik, einem Projekt der Kulturstiftung des Bundes, das bis zum Jahr 2011 Vermittlungsprojekte Neuer Musik in Deutschland umfangreich fördert. Seit April 2003 ist das Theaterhaus der Sitz von Musik der Jahrhunderte.
Henry Fourès, Komponist
Nach einem Studium der Kunstgeschichte geht Henry Fourès ans Conservatoire d e P aris, wo
er in den Fächern Tonsatz, musikalische Analyse und Komposition mit Erfolg abschließt. Anschließend setzt er seine Studien mit der Musik des Mittelalters in Berlin, und mit Klavier an der Akademie in Wien fort. Nach zwei Forschungsjahren (1975 und 1977) für den Groupe de Recherche Musicale (INA/GRM), wird er Professor für Musik des Mittelalters an der Universität von Toulouse.
1982 wird er Leiter des Département de l’enseignement, anschließend Leiter des Département de la création et des musiques d’aujourd’hui im französischen Kulturministerium. 1990 gibt er diese Tätigkeit auf, um Leiter des Studios La Muse en circuit (1990/94) zu werden, und widmet sich fortan ganz und gar seiner Arbeit als Komponist und Musiker. In diesem Zusammenhang baut er eng Netzwerke zu deutschen Sinfonieorchestern und Radio-Sendern (WDR/HR) auf.
Von 2000 bis 2009 hat er die Leitung des Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon inne, wobei er mit Künstler aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen arbeitet. Er entwickelt Filmproduktionen fürs Fernsehen, interaktive Installationen, komponiert für Video, Tanz, Theater und Radio. Sein OEuvre umfasst Stücke für Orchester und Vokalensemble, Kammermusik sowie Elektronik.
Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Elmar Lampson wurde 1952 in Koblenz geboren und studierte Komposition und Violine an den Musikhochschulen in Hannover und Würzburg. Es folgten freiberufliche Jahre als Komponist, Dirigent und Kulturmanager: Aufbau der Orchester-Akademie Hamburg, Zusammenarbeit als Dirigent mit Komponisten wie Alfred Schnittke, György Ligeti, Sofia Gubaidulina und Arvo Pärt, Konzertreisen als Komponist und Dirigent durch fast alle europäischen Länder sowie durch Russland, Georgien und Kirgisien. Hinzu kamen Lehrtätigkeiten und Vortragsreisen. Er war Mitbegründer des Musikseminar Hamburg und des Festivals Hörwelten – Hamburger Begegnung im Zeichen zeitgenössischer Musik, das von 1989 bis 1998 jährlich stattfand. 1997 folgte die Ernennung zum Professor für Ensembleleitung Neue Musik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 1998 wurde er zum Professor für Phänomenologie der Musik an der Universität Witten/Herdecke ernannt. Seit Herbst 2004 ist Elmar Lampson Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und lehrt dort als Professor für Komposition und Theorie.
Frank Madlener, Leiter des IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique)
Frank Madlener wird 1968 in einer deutsch-französischen Familie geboren. Er studiert Klavier in Frankreich und Belgien mit Alan Weiss, Mikhaïl Faerman und Jacques Rouvier, sowie Musikanalyse mit Harry Halbreich. Er perfektioniert sich anschließend in Darmstadt, Szombathely und Salzburg bei Hans Leygraf, Leon Fleisher, Pierre-Laurent Aimard und beschäftigt sich mit Orchesterleitung. Für das Radio nimmt er Werke von Schönberg, Berg, Beethoven und Messiaen auf. 1994 gründet er L’Écrit vint à la musique, eine Reihe von Konzerttreffen, die sich der Lektüre eines besonderen Textes eines eingeladenen Schriftstellers widmen. Hierbei konnte man Martha Argerich, Alexandre Rabinovitch, Ana Maria Vera, das Quatuor Quadro, Yves Bonnefoy, Philippe Sollers oder Pierre Mertens treffen. Von 1995 bis 1997 widmet er sich Chorleitung bis er künstlerischer Leiter des Festivals Ars Musica in Brüssel wird. 2002 wird er zum künstlerischen Leiter des Festivals Musica von Strasbourg, deren neue Themen er entwirft. Von Juli 2004 bis Ende 2005 ist er künstlerischer Leiter des IRCAM bis er schließlich die Leitung der Einrichtung Anfang 2006 übernimmt.
Jean-Dominique Marco, Leiter Musica, festival international des musiques d’aujourd’hui de Strasbourg
Jean Dominique Marco kommt 1975 zum französischen Kulturministerium (regionaler Beauftragter der Kulturangelegenheiten des Elsass), wo er für die Koordination, Studium, Budget und Planung verantwortlich ist. 1979 wird er Direktor für das Relais culturel régional von Thann. 1982 wird er regionaler Delegierter für Musik im Elsass. 1988 tritt er vom Kulturministerium zurück um Projektleiter in einem Unternehmen für Kommunikation zu werden, das sich auf den Kulturbereich spezialisiert hat. 1989 setzt er seine Karriere als Beauftragter für das Festival Musica fort, dessen Leitung er ab Oktober 1990 übernimmt. 1997 wird Jean-Dominique Marco Vizepräsident des Comité culture de la Commission française de l’UNESCO. 1999 gründet er das Réseau Varèse, Réseau européen pour la création et la diffusion culturelles, für das er bis 2003 zunächst Präsident und anschließend Vize-Präsident ist.
Matthias Osterwold, Künstlerische Leiter MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik | Berliner
Festspiele
Matthias Osterwold, geboren 1950 in Hamburg, studierte Soziologie, Volkswirtschaft und Stadtforschung in Hamburg sowie Musikwissenschaft in Berlin. 1983 Mitbegründer von Freunde Guter Musik Berlin e.V., einer Organisation zur Förderung experimenteller Musik und Musikperformance. Seit 1994 ist er Mitglied im Rat für die Künste in Berlin. Von 1999 bis 2001war er Musikkurator im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Er war künstlerischer Leiter im Team des Klangkunst-Festivals sonambiente (Berlin 1996), des Festivals Pfeifen im Walde (Luzern 1997) und seit April 2001 von MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik bei den Berliner Festspielen.